Theresa’s Weblog

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Welcome to Lesotho Oktober 28, 2008

Einsortiert unter: Oktober 2008 — Theresa @ 10:39 vormittags

The Kingdom in the Sky

letztes Wochenende haben wir einen Wochenendtrip nach Lesotho gemacht, für alle, die nicht wissen, wo das ist: das ist das kleine Königreich, eingeschlossen in Südafrika und nur 150 km von Bloemfontein entfernt. Maseru, die Hauptstadt liegt direkt an der Grenze zu Südafrika und ist die einzige nennenswerte Stadt in Lesotho. Ansonsten gibt es im ganzen Land nur vereinzelte Dörfer. Von Maseru aus sind wir in ein kleines Dorf namens Malealea gefahren, das liegt circa 80 km Südöstlich von Maseru. Wegen der schlechten “Strassen” haben wir von Maseru aus nochmal 2 Stunden gebraucht.

In Malealea gibt es eine Handvoll Dorfbewohner, einige Pferde und eine grosse Lodge, in der jeden Abend der Dorfchor auftritt. Die Lodge hatte leider unsere Reservierung verschlampt, ist wohl über CB Funk nicht angekommen, das ist nämlich die einzige Verbindung zur Aussenwelt, die es dort gibt. Kein Telefon, kein Internet und Handys funktionieren dort auch nicht. Aber das war unser Glück, denn wir haben für den selben Preis dann eine Super Unterkunft mit eigenem Bad und richtigen Betten bekommen, die sonst das doppelte gekostet hätte. Abends haben wir dann unsere Selbst mitgebrachten Speisen gekocht, denn Restaurants oder Supermärkte sind auch da fehlanzeige!

Samstag morgen um neun gings dann los zu unserem Pony Trekking. Glücklicherweise waren die Ponys normale Pferde und unsere Gruppe von 5 Leuten, 2 Guides und einem Packpferd hat sich auf den Weg zum Ribaneng Wasserfall auf 4000m Höhe gemacht. Der Ritt war unglaublich, wir sind tiefe Schluchten hinunter und steile Pfade wieder hochgeritten, die Sonne hat geschienen und die Landschaft war atemberaubend!!!

Nach 6 Stunden auf dem Pferd sind wir in einem kleinen Bergdorf jenseits der Zivilisation angekommen und haben uns auf den Weg zum Wasserfall gemacht. Um Dorthin zu kommen, hat uns ein Dorfbewohner eine Stunde lang über Stock und Stein gejagt und auch wenn der Wasserfall super war, waren wir doch froh, als wir um sechs wieder im Dorf waren. Mir tat zu dieser Zeit schon alles weh, der Hintern vom aufm Pferd sitzen und meine Stirn und meine Schultern vom Sonnenbrand. Im Dorf haben wir dann mit den Kindern Seilhüpfen und fangen gespielt und uns den wunderschönen Sonnenuntergnag angesehen. Wir hatten zu fünft eine kleine runde Hütte und haben versucht zu kochen, hat auch mehr oder weniger funktioniert, aber das sind schon harte Bedingungen dort einfachste Dinge zu verrichten. Wir haben einen kleinen Gaskocher bekommen hatten aber weder Licht noch Wasser aber mir Kerzen und Improvisation haben wirs hinbekommen. Die Nacht war äusserst quälend, der starke WInd in den Bergen hat alle 5 Minuten die Tür aufgeblasen, die sich nicht richtig schliessen liess und das Glas im Fenster war gebrochen und hat ununterbrochen geklirrt. Ich konnte auch nicht richtig liegen, vor lauter Sonnenbrand und wir waren schokiert, als die Uhr erst Eins angezeigt hat und wir noch weitere Stunden warten mussten. Morgens um sieben kam unser Guide mit den gesattelten Pferden und wir machten uns auf den Rückweg. Nach weiteren fünf Stunden kamen wir erschöpft aber glücklich wieder in der Lodge an.

Nach einem kläglichen Versuch, sich zu säubern haben wirs aufegegben und sind über Maseru wieder zurück nach Bloemfontein gefahren. Wir hatten unglaublich Glück mit dem Wetter, in Lesotho hat die Sonne geschienen die ganze Zeit aber kaum waren wir wieder in Südafrika hats geregnet…

Abschliessend ist zu sagen, dass das die wohl beeindruckendste Erfahrung war, die ich gemacht habe. Ein wunderschönes Land mit freundlichen, aufgeschlossenen Leuten, die vom Thema Apartheid mal gehört haben, aber das in ihren Bergdörfern nie am eigenen Leib erfahren haben. Trotz der grossen Armut waren alle unglaublich nett und hilfsbereit. Die Kinder in den Dörfern, durch die wir gekommen sind, kennen Weisse glaub ich nur auf Pferden vorbeireitend…

 

Zwischenbericht Oktober 22, 2008

Einsortiert unter: Oktober 2008 — Theresa @ 5:27 nachmittags

Hoffe ihr seid alle schön neidisch geworden von den Fotos und den Berichten…:-)

Der Alltag hat mich schon lange wieder, habe in den letzten zwei Wochen die letzten Tests geschrieben und es mir ansonsten in Bloemfontein gut gehen lassen.

Mit der Uni bin ich so gut wie durch, ich hab bis Ende Oktober nur noch ein paar Vorlesungen und am 3./4. und 18. November habe ich Examen die dann meine Endnote bestimmen werden. Was die Ergebnisse bisher angeht, bin ich relativ zufrieden. Die Noten hätten zwar schon besser sein können, aber dafür dass alles auf Englisch war und ich mich jetzt auch nicht überarbeiten musste kann ich mich wirklich nicht beklagen. Am liebsten würde ich mein ganzes Leben Auslandsstudentin bleiben, ein so entspanntes und sorgenfreies Leben hat schon wirklich seine Vorlteile…

Damits nicht zu langweilig wird fahren wir am Freitag wieder nach Lesotho. Nachdem wir an dem Hochzeitswochenende die großartige Landschaft nur von der Ferne gesehen haben, haben wir beschlossen uns das nochmal aus der Nähe zu anzuschauen.

Freitag gehts los und wir fahren nach Malealea, auch bekannt als “Gate to Paradise”. Hört sich vielversprechend an. Malealea ist ein winziges Dorf und von Samstag bis Sonntag machen wir dann ein Pony Trekking und übernachten an einem idyllischen Wasserfall. Die armen Ponys tun mir jetzt schon leid…

Fotos gibts also hoffentloch Sonntag abend oder Montag.

Sonst ist nicht so viel los, ich habe weitere Bewerbungen verschickt für mein Praktikum im April und vielleicht arbeite ich ja bald im “Himmel der Bayern” bei Hacker Pschorr in München.

Und es dauert ja auch nicht mehr lange bis die liebe Jana, und die lieben Caro und Eva hier ankommen und wir zu unserem Roadtrip aufbrechen können. Die Planung ist auch mehr oder weniger abgeschlossen, nur sind die Unterkünfte für Normalsterbliche in den National Parks ausgebucht, und wir werden dann wohl zelten müssen, aber selbst ein zelt zu kaufen, das wir nur 4 Nächte benutzen kommt billiger als auf andere Lodges auszuweichen…War heute auch im Reisebüro, um mal Angebote über Weihnachten und Silvester für Jana und mich zu checken, stellt sich aber auch eher als schwierig und kostspielig dar, vielleicht kommt dann das Zelt doch noch öfter zum Einsatz :-)

Ach ja, und um allgemeinen Spekulationen und Gerüchten entgegenzuwirken, der junge Mann auf dem Foto neben mir, auf den ich unzählige Male angesprochen wurde, ist lediglich mein Mitbewohner:-)

Schönes Wochenende und bis bald!!

 

Bin wieder da… Oktober 8, 2008

Einsortiert unter: Oktober 2008 — Theresa @ 8:30 nachmittags

 

Ich weiss grad gar nicht, wo ich anfangen soll, es ist so unglaublich viel passiert:

Wir sind am 25. September zu fünft mit unserem Auto nach Johannesburg aufgebrochen und haben da Zwischenstopp gemacht und bei Mac, einem Freund übernachtet. Tarik hatte uns erzählt, dass Mac ein Haus in Jo´burg hat und genug Platz, damit wir dort übernachten können. Aber was wir dann gesehen haben, hat doch alle erwartungen übertroffen. Mac wartete mit bestem Essen in seiner “Villa” mit 3 Gästeschlafzimmern, Pool, Garten und zwei Riesenkühlschränken bis zum Rand gefüllt mit Cider und Bier auf uns, und nach einer kurzen Pause hat er uns mit einem seiner 3 Autos in das Johannesburger Nachtleben geführt…

 

Nach einer sehr kurzen Nacht mussten wir leider am nächsten Morgen wieder früh los, weil auf uns noch die Wegstrecke nach Maputo von weiteren 700 km wartete. 30 Grad, 5 Leute, viel zu viel Gepäck und einige Promille Restalkohol im Auto gings dann weiter. An der Grenze zu Mozambique mussten wir mal wieder ewig warten und so kamen wir erst abends um acht in Maputo an. Unser Backpacker war aber super und wir konnten das Auto auch die Tage, an denen wir nicht da waren, dort stehen lassen. In Maputo sind wir am Samstag erstmal zum Fischmarkt gegangen, haben für fünf Personen rund 8 Kilo Fisch, Garnelen, Calamari, Muscheln und Krebs gekauft und haben uns dann eins der unzähligen Restaurants dort gesucht, die das ganze für uns zubereitet haben. Und weil mein Papa mir beigebracht hat, dass Fisch immer schwimmen muss, gabs auch ein bisschen Sangria dazu.

In Maputo gibt es unzählige Kneipen und Bars und den mehr oder weniger berühmten Coconut Club, der letztes jahr zum zweitbesten Club in ganz Afrika gewählt wurde. War auch super aber wir sind nicht so lange geblieben, denn am nächsten morgen gings wieder weiter. Was in Mozambique wirklich auffällig ist, ist das trotz noch grösserer Armut im Land, die Menschen wesentlich entspannter sind was dieses ganze Schwarz Weiss Ding betrifft. Man sieht dort wesentlich mehr gemischte Paare und Menschen zusammen und die Portugiesen und Schwarzen gehen auch ganz anders miteinander um als ich es erwartet hätte. Auch die Kriminalität ist bei weitem nicht so hoch. Mir ist erst da aufgefallen, wie sehr ich es vermisst habe, abends durch die Strassen zu laufen, was ja hier, auch in einer grösseren Gruppe undenkbar ist, ist dort überhaupt kein Problem. Man sieht sogar weisse Frauen alleine im Dunkeln zu Fuß gehen!!!Trotzdem habe ich Mozambique mehr als “Afrika” empfunden als  Südafrika, die Armut ist offensichtlicher und von Zeit zu Zeit fallen alle Ampeln und Straßenlichter aus, oder man steht unter der Dusche und plötzlich kommt nur noch kaltes Wasser (ich weiss wovon ich spreche)

Von Maputo aus haben wir die Fähre nach Catembe genommen, wo der große “Taxistand” ist. Taxis sind hier Kleinbusse die weitere Strecken fahren. Da man aber nie genau weiss, wann die losfahren waren wir um Sieben Uhr morgens da und mussten erstmal zwei Stunden warten, denn die fahren nicht eher los, bis sie voll sind. Um halb zehn haben wir uns dann mit 19 Erwachsenen, 3 Babys und einem lebenden Huhn auf den Weg nach Ponto D´Ouro gemacht, einem Urlaubsort im Süden an der Grenze zu Südafrika. Die Fahrt hat 3,5 Stunden gedauert, auch wenns es nur 120km waren, aber die Strassen in Mozambique bestehen wenn überhaupt aus Sand. Wegen dem seit Tagen andauernden Alkoholpegel von Pierre und Tarik hatten wir auch auf dieser Fahrt wieder viel Spass. Angekommen haben wir uns auf die Suche nach einer Unterkunft gemacht. Unser Tischnachbar auf dem Fischmarkt vom vorherigen Tag hatte uns eine Telefonnummer von einem Bekannten gegeben, der gerade sein Guest House fertig renoviert hat und deswegen die Zimmer zum Sonderangebot vermietet. Daher hatten wir supersaubere Doppelzimmer mit Klimaanlag und nagelneuem Badezimmer für umgerechnet 6 Euro die Nacht. Unschlagbar! Auch wenn der Ort schon sehr touristisch war, wars super, das Meer war genial, die Wellen und das Wetter auch, auch wenn wir wegen zuviel WInd nicht zu den Delfinen konnten. Dafür waren wir einen Tag schnorcheln, mitten im Indischen Ozean und ich hab ganz viele Regenbogenfische, Zebrafische und auch in paar Dories gesehen, Nemo hat sich leider nicht blicken lassen. Kulinarisch war auch alles bestens, viel Fisch, ich mutier noch zum Fischliebhaber und Sangria bis um Abwinken. WIr haben beschlossen, am Mittwoch wieder zurück nach Maputo zu fahren, gucken, ob unser Auto noch da ist und ein bisschen Ende des Rammadams (?) zu feiern, haben wir auch gemacht. Diesmal mussten wir 3 Stunden warten bis das Taxi endlich voll war, dafür war die Fahrt mal wieder ein echtes Erlebnis, einige unserer Reisebegleitungen konnten es überhaupt nicht fassen, dass weisse freiwillig dieses Verkehrsmitel benutzen. Sonst fahren “grundsätzlich alle weissen” mit grossen 4×4 Pick ups dorthin, mit einem normalen Auto hat man keine Chance dorthin zu kommen. Übrigens in Südafrika auch relativ undenkbar ein als weisser ein Taxi zu benutzen, würden uns alle für total bescheuert halten. Maputo angekommen, nochmal Fischmarkt! Donnerstag morgen um fünf sind wir dann wieder los, und haben nach 13 Stunden Fahrt Bloemfontein erreicht.

Fazit: Super Knaller Urlaub, kann ich nur jedem weiter empfehlen, das nächste mal würd ich nur in Richtung Norden fahren, die Strände dort müssen noch besser sein, aber wir hatten keine Lust noch länger in Autos oder Taxis zu sitzen, denn die Fahrt nach Inhambane hätte mind 6 Stunden gedauert, und das kann nicht mal ich meinem noch jungen Rücken in so einem Taxi antun!

Aber das war ja noch nicht alles: Wir sind deshalb am Donnerstag zurückgekommen, weil Junior, ein Bekannter aus Bloem uns auf die Hochzeit seiner Schwester in Lesotho eingeladen hat, natürlich auch etwas kurzfristig, aber wir sind dann Freitag nachmittag gleich wieder aufgebrochen…

Die Fahrt nach Roma, wo seine Eltern leben, hat 2,5 Stunden gedauert und wir wurden von der ganzen Familie sehr herzlich empfangen. Die Familie stammt ursprünglich aus Nigeria und der Vater arbeitet als Professor an der Universität von Lesotho. Alle 4 Schwestern und sämtliche aus Nigeria angereisten weiblichen Familienmitglieder standen die ganze Nacht in der Küche um für die traditionelle Zeremonie am Samstag was auf den Tisch zu zaubern. Wir sind früh zu Bett um um sechs aufzustehen und in der Küche zu helfen, denn um elf sollte es losgehen. Und dann haben wir gewartet, und gewartet,…die Familie vom Bräutigam, die alle aus Südafrika angereist sind (aber auch Nigerianer sind) standen nämlich stundenlang an der Grenze und deswegen gings dann erst um halb vier los.

Es war wirklich interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Kulturen sind, auch wenn alle aus der Familie studiert haben und in Südafrika wohnen und alle sehr westliche Berufe haben wie Ärzte, Anwälte oder Lehrer, aber bei solchen Anlässen wird dann der Unterschied deutlich! Der Vater hatte tatsächlich eine kleine elektrische Klingel immer dabei, egal wo er sich aufhält und wenn er läutet klingelt es in der Küche und immer die jüngste Tochter, die im Haus ist, muss dann springen und ihn bedienen…

Abends hab ich dann fasziniert zugesehen, wie die eine Cousine der einen Schwester die Haare gemacht hat. Samstag kurze Krause und Sonntag Megalanges wallendes schwarzes glattes Haar.Sensationelle Technik!

Sonntag Morgen war die weisse Hochzeit in der Kirche, auch genauso, wie man es sich vorstellt, mit 80 jährigen trillernden Omis die sich morgens um elf in der Kirche mit Kopftuch in Ekstase tanzen…Danach im Hotel in Maseru (Hauptstadt von Lesotho) Empfang und Knaller Buffet, danach mussten wir leider fahren, denn es war Sonntag nachmittag und wir wollten im Hellen zuhause ankommen und ausserdem war da noch die Klausur am Montag….

Ja und seit 2 Tagen hat mich der Alltag wieder: Klausur ist geschrieben, habe eben mein Assignment beendet, dass ich morgen abgeben muss, bei uns im Garten ist Großbaustelle und einer der Arbeiter hat “aus Versehen” den Baum abgeschnitten (bis auf 30cm Stumpf), er sollte eigentlich nur die Äste stutzen…aber ist auch egal, weil über die Ferien ist mir eh die Hängematte geklaut worden. Nun also auch die ersten Verluste bei mir. Apropos, ich bin ehrlich erstaunt, dass nichts pasiiert ist, unser Auto hat uns tapfer die letzten 2500 km in zwei Wochen gefahren, keiner krank, nix geklaut, mein Reisepass wird langsam bunt und die malaria tabletten waren auch harmloser als erwartet, toll!

Bei mir ist jetzt Endspurt angesagt, noch 3 wochen vorlesung und dann noch 3 examen und am 18. November ist mein Semester hier auch schon wieder vorbei, aber Südafrika für mich noch lange nicht!!!Geplant für die nächste Zeit ist noch ein ausführlicher Trip nach Lesotho, da ist es landschaftlich einfach unglaublich!!und dann gehts ja Ende November auch wieder richtig los mit Reisen, endlich, ich kanns kaum erwarten!!!

ps entschuldigt die komischen fotoformate, aber nach 2 stunden hochladen hab ich keine lust mehr

 

 
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