Ich weiss grad gar nicht, wo ich anfangen soll, es ist so unglaublich viel passiert:
Wir sind am 25. September zu fünft mit unserem Auto nach Johannesburg aufgebrochen und haben da Zwischenstopp gemacht und bei Mac, einem Freund übernachtet. Tarik hatte uns erzählt, dass Mac ein Haus in Jo´burg hat und genug Platz, damit wir dort übernachten können. Aber was wir dann gesehen haben, hat doch alle erwartungen übertroffen. Mac wartete mit bestem Essen in seiner “Villa” mit 3 Gästeschlafzimmern, Pool, Garten und zwei Riesenkühlschränken bis zum Rand gefüllt mit Cider und Bier auf uns, und nach einer kurzen Pause hat er uns mit einem seiner 3 Autos in das Johannesburger Nachtleben geführt…



Nach einer sehr kurzen Nacht mussten wir leider am nächsten Morgen wieder früh los, weil auf uns noch die Wegstrecke nach Maputo von weiteren 700 km wartete. 30 Grad, 5 Leute, viel zu viel Gepäck und einige Promille Restalkohol im Auto gings dann weiter. An der Grenze zu Mozambique mussten wir mal wieder ewig warten und so kamen wir erst abends um acht in Maputo an. Unser Backpacker war aber super und wir konnten das Auto auch die Tage, an denen wir nicht da waren, dort stehen lassen. In Maputo sind wir am Samstag erstmal zum Fischmarkt gegangen, haben für fünf Personen rund 8 Kilo Fisch, Garnelen, Calamari, Muscheln und Krebs gekauft und haben uns dann eins der unzähligen Restaurants dort gesucht, die das ganze für uns zubereitet haben. Und weil mein Papa mir beigebracht hat, dass Fisch immer schwimmen muss, gabs auch ein bisschen Sangria dazu.






In Maputo gibt es unzählige Kneipen und Bars und den mehr oder weniger berühmten Coconut Club, der letztes jahr zum zweitbesten Club in ganz Afrika gewählt wurde. War auch super aber wir sind nicht so lange geblieben, denn am nächsten morgen gings wieder weiter. Was in Mozambique wirklich auffällig ist, ist das trotz noch grösserer Armut im Land, die Menschen wesentlich entspannter sind was dieses ganze Schwarz Weiss Ding betrifft. Man sieht dort wesentlich mehr gemischte Paare und Menschen zusammen und die Portugiesen und Schwarzen gehen auch ganz anders miteinander um als ich es erwartet hätte. Auch die Kriminalität ist bei weitem nicht so hoch. Mir ist erst da aufgefallen, wie sehr ich es vermisst habe, abends durch die Strassen zu laufen, was ja hier, auch in einer grösseren Gruppe undenkbar ist, ist dort überhaupt kein Problem. Man sieht sogar weisse Frauen alleine im Dunkeln zu Fuß gehen!!!Trotzdem habe ich Mozambique mehr als “Afrika” empfunden als Südafrika, die Armut ist offensichtlicher und von Zeit zu Zeit fallen alle Ampeln und Straßenlichter aus, oder man steht unter der Dusche und plötzlich kommt nur noch kaltes Wasser (ich weiss wovon ich spreche)
Von Maputo aus haben wir die Fähre nach Catembe genommen, wo der große “Taxistand” ist. Taxis sind hier Kleinbusse die weitere Strecken fahren. Da man aber nie genau weiss, wann die losfahren waren wir um Sieben Uhr morgens da und mussten erstmal zwei Stunden warten, denn die fahren nicht eher los, bis sie voll sind. Um halb zehn haben wir uns dann mit 19 Erwachsenen, 3 Babys und einem lebenden Huhn auf den Weg nach Ponto D´Ouro gemacht, einem Urlaubsort im Süden an der Grenze zu Südafrika. Die Fahrt hat 3,5 Stunden gedauert, auch wenns es nur 120km waren, aber die Strassen in Mozambique bestehen wenn überhaupt aus Sand. Wegen dem seit Tagen andauernden Alkoholpegel von Pierre und Tarik hatten wir auch auf dieser Fahrt wieder viel Spass. Angekommen haben wir uns auf die Suche nach einer Unterkunft gemacht. Unser Tischnachbar auf dem Fischmarkt vom vorherigen Tag hatte uns eine Telefonnummer von einem Bekannten gegeben, der gerade sein Guest House fertig renoviert hat und deswegen die Zimmer zum Sonderangebot vermietet. Daher hatten wir supersaubere Doppelzimmer mit Klimaanlag und nagelneuem Badezimmer für umgerechnet 6 Euro die Nacht. Unschlagbar! Auch wenn der Ort schon sehr touristisch war, wars super, das Meer war genial, die Wellen und das Wetter auch, auch wenn wir wegen zuviel WInd nicht zu den Delfinen konnten. Dafür waren wir einen Tag schnorcheln, mitten im Indischen Ozean und ich hab ganz viele Regenbogenfische, Zebrafische und auch in paar Dories gesehen, Nemo hat sich leider nicht blicken lassen. Kulinarisch war auch alles bestens, viel Fisch, ich mutier noch zum Fischliebhaber und Sangria bis um Abwinken. WIr haben beschlossen, am Mittwoch wieder zurück nach Maputo zu fahren, gucken, ob unser Auto noch da ist und ein bisschen Ende des Rammadams (?) zu feiern, haben wir auch gemacht. Diesmal mussten wir 3 Stunden warten bis das Taxi endlich voll war, dafür war die Fahrt mal wieder ein echtes Erlebnis, einige unserer Reisebegleitungen konnten es überhaupt nicht fassen, dass weisse freiwillig dieses Verkehrsmitel benutzen. Sonst fahren “grundsätzlich alle weissen” mit grossen 4×4 Pick ups dorthin, mit einem normalen Auto hat man keine Chance dorthin zu kommen. Übrigens in Südafrika auch relativ undenkbar ein als weisser ein Taxi zu benutzen, würden uns alle für total bescheuert halten. Maputo angekommen, nochmal Fischmarkt! Donnerstag morgen um fünf sind wir dann wieder los, und haben nach 13 Stunden Fahrt Bloemfontein erreicht.











Fazit: Super Knaller Urlaub, kann ich nur jedem weiter empfehlen, das nächste mal würd ich nur in Richtung Norden fahren, die Strände dort müssen noch besser sein, aber wir hatten keine Lust noch länger in Autos oder Taxis zu sitzen, denn die Fahrt nach Inhambane hätte mind 6 Stunden gedauert, und das kann nicht mal ich meinem noch jungen Rücken in so einem Taxi antun!
Aber das war ja noch nicht alles: Wir sind deshalb am Donnerstag zurückgekommen, weil Junior, ein Bekannter aus Bloem uns auf die Hochzeit seiner Schwester in Lesotho eingeladen hat, natürlich auch etwas kurzfristig, aber wir sind dann Freitag nachmittag gleich wieder aufgebrochen…
Die Fahrt nach Roma, wo seine Eltern leben, hat 2,5 Stunden gedauert und wir wurden von der ganzen Familie sehr herzlich empfangen. Die Familie stammt ursprünglich aus Nigeria und der Vater arbeitet als Professor an der Universität von Lesotho. Alle 4 Schwestern und sämtliche aus Nigeria angereisten weiblichen Familienmitglieder standen die ganze Nacht in der Küche um für die traditionelle Zeremonie am Samstag was auf den Tisch zu zaubern. Wir sind früh zu Bett um um sechs aufzustehen und in der Küche zu helfen, denn um elf sollte es losgehen. Und dann haben wir gewartet, und gewartet,…die Familie vom Bräutigam, die alle aus Südafrika angereist sind (aber auch Nigerianer sind) standen nämlich stundenlang an der Grenze und deswegen gings dann erst um halb vier los.
Es war wirklich interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Kulturen sind, auch wenn alle aus der Familie studiert haben und in Südafrika wohnen und alle sehr westliche Berufe haben wie Ärzte, Anwälte oder Lehrer, aber bei solchen Anlässen wird dann der Unterschied deutlich! Der Vater hatte tatsächlich eine kleine elektrische Klingel immer dabei, egal wo er sich aufhält und wenn er läutet klingelt es in der Küche und immer die jüngste Tochter, die im Haus ist, muss dann springen und ihn bedienen…
Abends hab ich dann fasziniert zugesehen, wie die eine Cousine der einen Schwester die Haare gemacht hat. Samstag kurze Krause und Sonntag Megalanges wallendes schwarzes glattes Haar.Sensationelle Technik!
Sonntag Morgen war die weisse Hochzeit in der Kirche, auch genauso, wie man es sich vorstellt, mit 80 jährigen trillernden Omis die sich morgens um elf in der Kirche mit Kopftuch in Ekstase tanzen…Danach im Hotel in Maseru (Hauptstadt von Lesotho) Empfang und Knaller Buffet, danach mussten wir leider fahren, denn es war Sonntag nachmittag und wir wollten im Hellen zuhause ankommen und ausserdem war da noch die Klausur am Montag….







Ja und seit 2 Tagen hat mich der Alltag wieder: Klausur ist geschrieben, habe eben mein Assignment beendet, dass ich morgen abgeben muss, bei uns im Garten ist Großbaustelle und einer der Arbeiter hat “aus Versehen” den Baum abgeschnitten (bis auf 30cm Stumpf), er sollte eigentlich nur die Äste stutzen…aber ist auch egal, weil über die Ferien ist mir eh die Hängematte geklaut worden. Nun also auch die ersten Verluste bei mir. Apropos, ich bin ehrlich erstaunt, dass nichts pasiiert ist, unser Auto hat uns tapfer die letzten 2500 km in zwei Wochen gefahren, keiner krank, nix geklaut, mein Reisepass wird langsam bunt und die malaria tabletten waren auch harmloser als erwartet, toll!
Bei mir ist jetzt Endspurt angesagt, noch 3 wochen vorlesung und dann noch 3 examen und am 18. November ist mein Semester hier auch schon wieder vorbei, aber Südafrika für mich noch lange nicht!!!Geplant für die nächste Zeit ist noch ein ausführlicher Trip nach Lesotho, da ist es landschaftlich einfach unglaublich!!und dann gehts ja Ende November auch wieder richtig los mit Reisen, endlich, ich kanns kaum erwarten!!!
ps entschuldigt die komischen fotoformate, aber nach 2 stunden hochladen hab ich keine lust mehr